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Was treibt eigentlich einen Leidenschaftlichen Trailrunner dazu ins Burgenland zu fahren und bei einem 120 Winterkilometer Lauf mitzumachen?!?!? Ganz erlich..... ich habe keine Ahnung ;)
Aber die Herausforderung einmal in den Kopf gesetzt gibt es kein zurück mehr, also machte ich mich am Donnerstag den 26.01 auf die Reise in Osten wo erstmals durchgeatmet wird da sie "milde" -6° und "nur" 30km/h Windstärke melden.


Im Gepäck meine Freundin die sich meine Meinung nach noch verrücktere Challenge stellte nämlich den Neusiedlersee dreimal mit dem Rad zu umrunden. Das sind knackige 360 Winterkilometer auf dem Rennrad.
Meine Vorbereitung auf das Event war nicht optimal da zwei Wochen wegen Verletzung und eine Woche wegen Krankheit das Training flach viel doch das Vorjahr war intensiv also fühlte ich mich bereit.
Nach einer guten Nacht läutet um 3:00 der Wecker, der Start war zwar erst um 4:30 doch ich musste mich noch von Podersdorf auf die Reise ins 40km entfernte Oggau begeben, wo man dann pünktlich startete.
Die Leuchtpistole abgefeuert beginnt das Abenteuer rund um den Neusiedlersee. Man versucht sein Pace zu finden doch nach wenigen Kilometern treffe ich eine alte Bekannte nämlich Daniela Karigl die Traunsee Bergmarathon Gewinnerin 2016.
Wir unterhalten uns gut und so vergehen die ersten Kilometer in einem 5:30 min/km Pace wie im Flug.
Nach ca. 16 Kilometer befinden wir uns schon in Ungarn doch es machen sich erste Probleme bei meinem linken Fuß bemerkbar was aber gekonnt ignoriert wird und so kommt bei Kilometer 22 die ersten Verpflegungsstation wo wir erstmal ordentlich Frühstücken.
Aber bei -6° bleibt man sowieso nicht allzu lange stehen und so halten wir unsere Pace und Spulen die nächsten Kilometer ab.
Die Schmerzen werden schlimmer und so muss ich gegen meinen männlichen Stolz Dani ziehen lassen was aber eine Revanche in der Vertikale nach sich zieht :)
Die Uhr zeigt Kilometer 40 und ich starte einen letzten Versuch die Schmerzen in den Griff zu bekommen und fülle die Socken mit kalten Schnee an was anfangs ganz gut hilft doch mit dem eisigen Wind an der Grenze wieder zurück nach Österreich kühlt man als ganzer ziemlich aus.
Endlich erreiche ich Apetlon das bei Kilometer 60 liegt noch in einer ganz ordentlichen Zeit von 6 Stunden. Mein Ziel vom Finischen in 12-13 Stunden liegen in weiter Ferne also Spiele ich meinen letzten Trumpf aus und ziehe neue Socken an.
So setzt man sich nur noch kleine Ziele wie das Erreichen der nächsten Verpflegungsstation aber bei Kilometer 65 muss ich schweren Herzens aufgeben da sich jeder Schritt anfühlt wie wenn wer mit einer Nadel meinen linken Fuß bearbeiten würde.
Enttäuscht lass ich mich nach Podersdorf fahren, wo mein Fuß dann genug Zeit hat auf das doppelte Anzuschwellen.
Meine Stimmung bessert sich aber, nachdem ich in Podersdorf aussteige, da meine Freundin und mein Arbeitskollege die zweite Runde mit dem Bike in Angriff nehmen. Eine warme Dusche und ein Mittagsschlaf später bin ich wieder im Start/Ziel Bereich der Biker wo man sich ein paar Bierchen gönnt um die Niederlage zu verdauen und wartete auf die Radler.
Mein Arbeitskollege schaffte starke 160, meine Freundin unglaubliche 240 Winterkilometer.
Dani lief die 120 km in 11:52. Meinen allergrößten Respekt!

Positives Fazit: Nettes Event, nette Leute und eine geile Herausforderung
Negatives Fazit: Verdammt, ich muss das nächste Jahr zu Ende bringen ;)

lg David Kapsamer

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