Der Großglockner Ultratrail ist bereits in seiner  4. Ausgabe schon nicht mehr aus dem Rennkalender der Spitzenläufer wegzudenken.

Deswegen machten sich auch kurzerhand Matthias Kletzmayer und meine Wenigkeit auf den Weg das Sprengkommando im Staffelbewerb zu vertreten.

Matthias nahm den ersten schwierigeren Teil in Angriff (60km 4000hm) und ich den zweiten Teil (50km/2000hm).

Am Freitag um 22:00 sollte der Start sein, doch an schlafen war für Matthias nicht zu denken, da ein starkes Gewitter zwischen 20:00 und 21:30 Uhr durchzog. Es war schon etwas beängstigend, wenn man daran denkt, dass so ein starkes Gewitter jederzeit  wiederkommen kann. Was auf knapp 2500 Seehöhe dann noch deutlich unbequemer wird als im Tal.

 

Doch der Wettergott meinte es gut mit uns und so ging es für Matthias um 22:00 Uhr im Trockenen auf die Reise von Kaprun nach Fusch, über Ferleiten auf die Pfandlscharte weiter zum höchsten Punkt des Rennens auf die Pfortscharte (2825m). Über einen steilen Trail nach Kals, wo ich ihn schon erwartete. Sichtlich gezeichnet übergab er mir den Transponder, wünschte mir alles Gute und war froh alles gut überstanden zu haben.

Meine Reise begann und so machte ich mich auf den Weg zu den Kalser Tauern. Die malerische Landschaft, die traumhafte Aussicht und der schöne Bergsee ließen die ersten 13km fast wie im Flug vergehen. Somit erreichte ich den ersten großen Anstieg in einer guten Zeit, wo ich noch ein paar Konkurrenten des Staffelbewerbs stehen lassen konnte. Doch dann begannen die schlimmsten 20km in meinem bisherigen Trail-dasein. Ich bekam vermehrt Magenkrämpfe, schaffte es aber noch ganz gut zur Spitze der Kalser Tauern, wo ich mich dann beim Downhill wieder etwas erholen konnte. Bei der Rudolfshütte, jetzt schon auf Platz 3 angekommen, wurden die Krämpfe stärker, aber noch erträglich. „Ist ja nur noch der eine Anstieg auf das Kapruner  Törl“, dachte ich mir und lief weiter mit hohem Tempo zum Anstieg. Doch ca. 300hm vor dem Gipfel machte mir mein Körper ein Strich durch die Rechnung. Die Krämpfe wurden so stark und ich musste 2-mal erbrechen. Völlig ausgepumpt brauchte ich für die 300hm über eine Stunde und kam körperlich am Limit am Kapruner Törl an. Kein Wasser mehr und völlig leer fand ich mich mit meinen ersten DNF ab und wanderte bis zu einer Quelle, wo ich mich 10 Minuten hinsetzte ca. 1,5l Wasser trank und meine 2 Smoothies genoss. Es war noch ca. 6km bis zum Kapruner Hochgebirgsstausee, wo die nächste Verpflegungsstation lag. Unfassbar wie lange 6km werden können.

Endlich am Kapruner Stausee angekommen begann das große Essen.

Nach viel Cola, Kuchen und Nutellla merkte ich, dass sich mein Körper gut regenerierte und so entschloss ich mich das DNF noch abzuwenden, vor allem in dem Wissen, dass es von nun an nur noch bergab ging

Durch das langsame Tempo im Anstieg hatte ich jetzt noch genügend Kraft in den Beinen um beim Downhill noch einmal Gas zu geben. Der Magen funktionierte wieder einigermaßen, was dazu führte, dass ich die Aufholjagd startete. Beim Stausee auf Platz 10 abgerutscht versuchte ich Plätze gut zu machen. Das war ich Matthias schuldig, der sich durch die Nacht gequält hatte.

Es ging mit losgelassener Handbremse  zum Kesselfallhaus, wo zwei Konkurrenten schnell eingeholt waren. Ein kurzer Stopp bei der Wasserverpflegung und der Sprint ging weiter. Es waren noch 7km doch meine Beine waren fit und jegliche körperlichen Beschwerden wurden gekonnt ignoriert und so holte ich noch 2 weitere Mitstreiter ein, womit das Ganze nach gemeinsamen 16:44h auf Platz 6 endete.

Durch die Hölle und wieder zurück, anders kann ich meinen Teil nicht beschreiben. Etwas schade ist das Platz 3 drinnen gewesen wäre, wenn nicht mein Körper versagt hätte.

Riesiges Dankeschön an Matthias, der unser Team hervorragend vertreten hat!!!

Rock on

David Kapsamer