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Ötztaler Radmarathon 2018 – Ich habe einen Traum

226 km und 5500 hm

 

Im Februar habe ich mich ohne große Erwartungen bei der Startnummernverlosung angemeldet, mit dem Gedanken „bekommst sowieso keinen Startplatz“. Dann der „Schock“ Anfang März, ich habe einen Startplatz.

Natürlich musste nun ein neues Rad her und nach langem Hin und Her entschied ich mich für ein Canyon Ultimate, wie sich herausstellte der ideale Renner für mich. Die Zielzeit legte ich mir auf < 10 Std.

 

Da ich bis dato nur Mountainbikerennen bestritten hatte, streute ich den Mondsee Radmarathon als Vorbereitung ein, da das Fahren im Pulk ja auch mal geübt werden sollte. 3 Grad und Regen auf der Postalm waren im Nachhinein gesehen die perfekte Vorbereitung für die richtige Kleiderwahl beim Ötzi.

Am Vortag des Ötzthalers reisten Melanie und ich an, holten das Starterpaket, bezogen das Zimmer in Vent und suchten uns ein Restaurant mit den überlebensnotwendigen Nudeln auf der Karte.

  1. September, pünktlich um 4:00 Uhr klingelte der Wecker. Ich aß so viel Müsli wie es meine Nervosität zuließ, weckte Melanie auf, machte den 20. Wettercheck am Handy und entschied mich für ein langes Unterhemd, langes Trikot und Regenjacke, Knielinge, Überschuhe, Buff unter dem Helm und gaaaaaaanz wichtig: lange Handschuhe.

Da um 6:45 Uhr Start war, und wir noch ca.15 min Autofahrt vor uns hatten, fuhren wir um 5:45 Uhr talwärts Richtung Sölden, um einen brauchbaren Startplatz zu ergattern, aber auch nicht viel zu früh dort zu sein, um nicht auszukühlen. Nach dem Abschiedsbussi ging es in die Startaufstellung, jetzt kam die Vorfreude :-).

Startschuss! Nach weiteren 4 min setzten auch wir uns, bei trockenen Bedingungen und 7°C in Bewegung. Die ersten 32 km bergab waren ideal zum Einrollen, es wurde sehr zivilisiert gefahren, Gefahrenstellen angezeigt und man hatte genügend Platz.

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Dann kam die erste Standortbestimmung, das Kühtai (18,5 km, 1200 HM). Die ersten km waren erwartungsgemäß eher unrhythmisch aufgrund der vielen Überholvorgänge, hier musste ich mich wirklich beherrschen, nicht zu überpacen, ab der Hälfte ging es recht locker weiter bis zum Gipfel, wo mich Regen, 2°C und die erste Labe erwarteten. Absteigen vom Rad, Trinkflaschen auffüllen, Bananen, Melonen, Suppe, Kuchen oder Gels ausgefasst, und weiter ging es in die erste lange Abfahrt, wo ich aufgrund der nassen Verhältnisse langsam fuhr, man will ja ins Ziel kommen ;-).

In Innsbruck angekommen erwischte ich eine ca. 20 Mann starke Gruppe, welche perfekt zusammenarbeitete und bis zum Brenner gut funktionierte, das alles bei Regen.

Labe, Abfahrt und dann der Jaufenpass (15,5 km, 1130 hm). Hier konnte ich ein optimales Tempo rauffahren, hatte zwar kurz Sitzprobleme, die verflogen aber, als ich kurz vor dem Gipfel „Goldi“ überholte. Bei der Labe wieder eine Nudelsuppe geschnappt, die restlichen Höhenmeter bezwungen und ab in die Abfahrt, welche im oberen Bereich sehr grenzwertig war, bei nasser Straße und Nebel mit Sichtweiten von max. 25 m. Im unteren Bereich war es dafür trocken und ich konnte das Kurvenfahren sogar etwas genießen.

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Und jetzt noch den Schafrichter, die Auffahrt zum Timmelsjoch ( 28,7 km, 1800 hm). Da ich mich noch recht gut fühlte, beschloss ich nach den ersten Kilometern etwas mehr aufs Tempo zu drücken. So überholte ich noch einige Mitstreiter, was gut für die Moral war und die 2 Stunden Auffahrt erträglich machte.

Am Gipfel kurz mal gerechnet und plötzlich waren < 9 Std. möglich, also weiter mit Tempo in eine kurze Abfahrt, den 200 hm Gegenanstieg durchgedrückt und die letzten 20 km auf trockener Straße runter bis ins Ziel.

Kurz vor der Ziellinie stand Melanie am Straßenrand und jubelte mir zu, was für mich das Schönste vom ganzen Tag war ♥, nach dieser Berg- und Talfahrt sowohl physisch als auch psychisch.

Die Ziellinie überquerte ich mit einer Zeit von 8:51:46. Mit dieser Zeit bin ich mehr als zufrieden, ob wir uns wieder sehen? Sag niemals nie!

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https://www.strava.com/activities/1814516331

Radfahren ist GEIL!

Wiesl